Karpfen

Da ist einer dran! (Petri heil 2)

03.06

An unserem derzeitigen Stellplatz gibt es zwar keine See mehr, aber dafür einen kleinen Fluss, der ein schönes, sauerstoffreiches Becken bildet. Das Wasser ist glasklar und man sieht deutlich, dass einige recht große Fische darin unterwegs sind. Also schultert Benjamin flugs seine neue, verbesserte Angel, schnappt sich ein paar Bohnen und ab gehts. Sophie ist mittlerweile trotz grundsätzlich vegetarischer Einstellung auch irgendwie begeistert dabei.

Nächster Versuch, diesmal am Süßwasser

Nachdem ein großer Fisch Benjamins Bohnenköder einfach beiseite gestoßen hat, ist guter Rat teuer. Ich kenne mich da überhaupt nicht aus. Wir wissen weder, was das für ein Fisch ist, noch, was der gerne frisst. Es scheint irgendetwas zu sein, das bevorzugt den Grund nach Futter absucht. Ich vermute Karpfen oder Wels, wobei ich glaube das Welse flacher sind. Das Handy lasse ich bewusst in der Tasche, auch wenn Sophie meint, ich solle doch Siri fragen wie der Fisch da heißt. („Hey Siri, wie heißt der Fisch da unten?“ – irgendwann kann die das sicher, im Moment würde sie aber nur dumm aus der Wäsche gucken)
Also fragen wir Opa per Telefon nach dem idealen Köder. Käse, meint er. Kein Problem, Gouda ist immer da.

Bohnenköder
Jetzt aber! Mit Käse muss da doch was zu machen sein.

Nachdem der Käse organisiert ist, hat sich der Fisch leider in Luft aufgelöst. Er hatte vorher die Ufervegetation durchstreift, aber nun ist er verschwunden. Wir wechseln den Standort, denn weiter unten auf dem Kiesstrand kann ich mich ein wenig in die Sonne legen und da sind auch einige Fische unterwegs.
Zum Angeln braucht man vor allem Geduld, und so lässt die anfängliche Spannung bei allen langsam nach. Der Köder liegt irgendwo an einer halbwegs sinnvollen Stelle, die Angel liegt neben mir (ich schlafe ein) und die Kinder suchen sich eine Beschäftigung, um die Zeit zu vertreiben. Man kann ja nicht den ganzen Tag auf ein Stück Käse starren…

Ich erwache von Annas „die Angel schwimmt weg“ Rufen. Ärgerlich über die Störung wate ich dem Ding hinterher. Benjamin wäre todtraurig, wenn die einfach weg wäre. Er hat sich solche Mühe gegeben.
Ganz schön fix unterwegs, das Teil. Schnell hinterher, bevor sie die nächste Stromschnelle hinunter treibt!

„Da ist ein Fisch dran!“

Tatsächlich zappelt da ein Karpfen! Der hat sich einfach den Gouda vom spanischen Aldi-Pendant geschnappt und hängt nun an der halben Wäscheklammerfeder, die als Haken dient! Irgendjemand rennt Benjamin holen während ich mit der Angel ans Ufer wate. Der Fisch versucht sich verzweifelt loszumachen, aber der Behelfshaken hält überraschend gut. Schließlich gibt das Tier auf, aber als wir uns dem Ufer nähern, unternimmt es noch einen verzweifelten letzten Versuch – vergeblich.

Karpfen?

Ich hatte Benjamin versprochen, dass wir, sollte er wirklich etwas fangen, den Fisch, Krebs oder was auch immer essen würden – aber ich weiß gar nicht, wie man einen Fisch schmerzfrei und schnell tötet und eigentlich möchte ich das auch gar nicht. Das tut mir sehr Leid für Benjamin und ich habe ein schlechtes Gewissen, aber er ist trotzdem unglaublich stolz. Und mittlerweile haben wir uns darauf geeinigt, dass der nächste Fisch gegessen wird. Lust darauf habe ich immer noch nicht, aber versprochen ist versprochen. Und besser, wir töten ihn gemeinsam schonend als wenn Benjamin allein Methoden ersinnt, den Fisch in die Pfanne zu bringen.

Da soll mir nochmal irgendein Witzbold in Anglerweste und Tarnkleidung was von seiner tollen Strategie erzählen, bei Vollmond die Fische mit dem Blut einer Jungfrau anzulocken um sie dann mit Platinködern zu fangen. Käse und ne Wäscheklammer, mehr brauchts nicht….

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