Pfannkuchenbacken

Eine Woche beim Wassermann

Jetzt waren wir eine Woche lang auf dem Camping Aquarius zu Gast – für einen wirklich moderaten Preis von ~25€/Nacht (2 Erwachsene, 3 Kinder, 1 Wohnmobil). Natürlich ist noch Nebensaison, aber trotzdem – diesen Campingplatz können wir gerade für deutsche Familien mit Kindern sehr empfehlen. Das gesamte Personal spricht zumindest ein bisschen, meist aber sehr gut deutsch – die Kinder können also jederzeit selbst zur Rezeption und sich für eine Öffnung des Kinderpools oder ein paar Minigolfschläger einsetzen. (Benjamin war regelmäßig zu Besuch bei der Rezeption und hatte auch zur Reinigungskraft eine gute Beziehung…). Es sind immer viele deutsche Familien dort. Es gibt nur einen Kilometer entfernt einen deutschsprachigen kleinen Campingshop und Gasflaschenverkauf, der auch deutsche (!) Flaschen aller Größen (inkl. Alugas) in seinem sehr gut sortierten Laden stehen hat.
Alles in Allem also der perfekte Platz für den Deutschen der eigentlich gar nicht aus Deutschland raus, es aber trotzdem schön warm haben will.

Dort konnte ich auch unkompliziert unsere mittlerweile leere französische Flasche loswerden („damit kann ich nix anfangen, aber ich entsorg‘ die gern für Dich“) und durch eine spanische ersetzen („den Betrach für die Flasche hätt‘ ich gern in Bar – den Rest kannste auch mit Karte zahlen“) – dazu muss man wissen, dass in Spanien der (Erst-)kauf einer Flasche eigentlich eine vergleichsweise komplizierte Angelegenheit mit einigem Papierkram ist. Ging bei diesem (wie man hört aber auch bei anderen Zeitgenossen) allerdings sehr unkompliziert.

Die Kinder haben schnell Spielgefährt(inn)en gefunden und waren die meiste Zeit irgendwo unterwegs, so dass ich relativ entspannt meiner Erwerbstätigkeit nachgehen konnte.

Micha arbeitet hart
Erst die Arbeit, dann das Vergnügen – aber warum nicht das angenehme mit dem nützlichen verbinden und wenigstens in der Sonne arbeiten?

Der Versuch, die Nachbarskinder am letzten Abend zum Pizzaessen einzuladen, war allerdings nur mäßig erfolgreich. Unser Ofen ist klein und braucht ewig, außerdem hat sich der Türverschluss bei der zweiten Pizza verabschiedet, weshalb immer jemand die Tür zu halten musste – zusammen mit vier aufgedrehten Pizzaessern eine eher stressige Angelegenheit.
Das Pfannkuchenmahl war dagegen wesentlich entspannter und trotz Einzelabfertigung in einem Bruchteil der Zeit machbar.

Pfannkuchenbacken
Pfannkuchen backen im toten Winkel – no risk, no fun.

Heute morgen haben wir noch „schnell“ die Versorgungsstation am Platz genutzt, die mit Abstand die beste war, die ich je gesehen habe. Es gab sogar einen extra Schlauch zur Fahrzeugwäsche. Der war auch bitter nötig, weil irgendein Spaßvogel die halbe Motorhaube mit Klecksen versehen hatte. Man sollte halt nicht unter dem Lieblingsast der lokalen Spatzenkolonie parken, selbst Schuld.
Interessanterweise habe ich nach der Waschaktion einen merkwürdigen Film auf der Windschutzscheibe. Ich vermute, dass das Ablagerungen des gechlorten Wassers sind. Ansonsten könnte es nur noch Fluidfilm sein, den ich vor dem Winter großzügig an allen möglichen und unmöglichen Stellen verteilt hatte, um mögliches Salzwasser abzuhalten – was tut der Durchschnittsdeutsche nicht alles für sein Auto… Das Zeug ist ein sehr kriechfähiges Öl auf Lanolinbasis und ein super Rostschutz.

Das Trinkwasser hier hat allerdings ausgesprochen widerlich geschmeckt – sehr stark gechlort. Deshalb habe ich den Tank durch den Filter befüllt, der eigentlich üblen Geschmack und Bakterien herausfiltern sollte. Leider ist mir zu spät aufgefallen, dass ich die Filterelemente beim Packen in eingeschweißtem Zustand in den Halter gesteckt hatte – zum Schutz. Auspacken kann man die ja immer noch vor der ersten Nutzung… Also ist das Wasser weitgehend ungefiltert im Tank gelandet, da die Plastikverpackung eher wenig wasserdurchlässig war… Unser Wasser schmeckt jetzt also eklig, aber zum Händewaschen sollte es reichen.

Nach einer letzten Dusche und einem abschließenden Mittagessen (Bohnen nach Cowboy-Art – also schleimig-süß mit Tomatensauce und Holzlöffel) am lokalen Supermercado ging es dann weiter Richtung Süden. Meine Eltern haben gestern spanischen Boden betreten und wir planen uns irgendwo am Ebrodelta zu treffen. Sophie fiebert bereits dem neuen Ebook Reader entgegen und alle freuen sich auf eine gute Dosis Oma und Opa.

Bus auf zu kleinem Parkplatz
Klassischer Supermarktparkplatz Überhänger. Wenn hinten genug Platz ist, passen wir sogar auf einen „Ideal-Standard“ PKW Parkplatz.

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