Einreise nach Spanien und zwei Campingplätze wie Tag und Nacht

Eigentlich müssten wir für die Einreise nach Spanien wieder einen PCR Test machen, da unser deutscher Test mittlerweile etwas zu lange her ist. Wir haben wir uns aber entschieden, das Risiko einzugehen und ohne Test „illegal“ die Grenze zu überqueren. Nach vielen Berichten kontrollieren die Spanier nicht wirklich engmaschig bei der Einreise. Dafür hatten wir mehrere Gründe, aber ich muss das hier nicht begründen. Wer sich daran stört soll sich melden 🙂

Wir haben uns für den Grenzübergang bei Perthus entschieden, allerdings per Landstraße und nicht per Autobahn. Die Fahrt auf den engen und steilen Straßen über Cerbère direkt an der Mittelmeerküste war uns zu anstrengend und wir waren ohnehin angespannt wegen der fehlenden Tests. Also sind wir durch ein paar enge Dörfer hoch nach Perthus gezuckelt und dort sind uns fast die Augen aus dem Kopf gefallen. Leider haben wir es versäumt, davon ein aussagekräftiges Foto oder Video zu machen. Ich selbst war damit beschäftigt, nirgends anzustoßen, denn die Hauptstraße war so eng, dass bei entgegenkommenden Fahrzeugen (Gottseidank nur PKW) links und rechts jeweils nur 1-2cm Platz waren. Anna war mit Schauen beschäftigt, denn die Straße war voller offener Läden und Cafes und bevölkert mit shoppingwütigen Menschen. Schlangen auf den Bürgersteigen, zwar überwiegend mit Masken, aber an Abstand war nicht zu denken. Wir rätseln, warum das so war. In anderen französische und spanischen Orten sind die Straßen mehr oder weniger leer. Man könnte meinen, in diesem Ort wäre Duty-free Shopping möglich.

Der Grenzübergang sah aus der Ferne zu unserem Schrecken ebenfalls ziemlich voll aus. Polizei, mehrere laufende Kontrollen und keine Möglichkeit, anzuhalten oder zu wenden. Also Augen zu und durch. Beim Näherkommen erkannten wir dann, dass die Kontrollen auf der Gegenfahrbahn waren, also für die Einreise nach Frankreich. Trotzdem bogen alle Autos vor uns auf einen Parkplatz voller Polizei ab. Wir wissen nicht weshalb, denn wir sind einfach geradeaus gefahren, was den Beamten der dort stand nicht weiter gestört hat. Da uns niemand hinterherrief oder sonstwie aufgeregt erschien (zumindest nicht über das übliche Maß hinaus), haben wir ordentlich Gas gegeben und uns schnellstmöglich verkrümelt.

Direkt hinter der Grenze in La Jonquera gab es eine „OnTurtle“ Tankstelle mit Entsorgungsstation (kostenlos wenn man dort tankt, Duschen und Waschmaschinen. Dort haben wir uns gewaschen, die Wäsche versucht zu waschen (Der Automat hatte allerdings zwar Lust auf Geld, aber nicht auf Waschen) und Abwasser entsorgt. Leider war der Abwasserabfluss verstopft und ich befürchtete bereits eine unangenehme und schwierige Reparatur, allerdings hat ein beherzter (und ekliger) Luftstoß durch den Abwasserschlauch die Verstopfung gelöst (und ein lustiges Geräusch verursacht).

An dieser Tankstelle ist mir aufgefallen, dass es in Spanien, wie auch bei uns an einigen Tankstellen, speziellen LKW Diesel gibt. Bei uns kostet der 1 ct weniger – in Spanien saftige 30 ct und damit unter 1 €! Die LKW Zapfsäulen waren allerdings total überfüllt und ich war unsicher, worin der Unterschied besteht, deshalb haben wir normalen Diesel genommen. Scheinbar hat der LKW Diesel ein paar spezielle Zusätze, die unserem Motor aber nicht schaden würden und ist steuerlich vergünstigt. Eigentlich könnte ich also jetzt immer LKW Diesel tanken, hätte ich nicht gelesen, dass der ähnlich unserem Heizöl mit Farbstoff markiert wird, um Steuerbetrug zu verhindern. Das könnte bei einer Kontrolle teuer für uns werden, also erstmal weiter recherchieren.

Anschließend weiter an die spanische Küste bei Port de la Selva. Dort sind wir auf den Camping l’Arola gefahren – das ist allerdings eher kein Campingplatz, sondern lediglich eine Art Wohnmobilstellplatz. Schotter, ein paar Toiletten, fertig. Man steht Mobil an Mobil und dafür kostet es dann 25€/Nacht. Wir haben uns dort überhaupt nicht wohl gefühlt, aber es war schon zu spät um weiter zu fahren. Außerdem fiel mir bei der Ankunft auf, dass irgendeine Automatiksicherung im Kontrollpanel ständig klickte. Nicht gut, irgendwo musste ein Kurzschluss sein. Also sofort mit der Fehlersuche beginnen, denn ewig macht das so eine Sicherung auch nicht mit und alle paar Sekunden britzelt es irgendwo in der Nähe von möglicherweise brennbarem Material. Da das wahrscheinlich nur die wenigsten en Detail interessiert, gibt es dafür einen eigenen Post: Kabelsalat.

Morgens erstmal ein paar Zeilen lesen
Nach dem Schwimmen noch ein wenig Landschaftsmalerei

Am nächsten Morgen waren die Kinder noch ein wenig am Felsenstrand vor dem Stellplatz. Sophie war schnorcheln und hat einen großen Seestern und jede Menge Seeigel in Ufernähe gefunden. Nach dem Essen sind wir dann in Richtung Camping Aquarius in Sant Pere Pescador gefahren – was für ein Kontrast gegenüber dem Platz der letzten Nacht. Bei Aquarius berechnet man uns 122 € für sechs Nächte. Das sind rund 20 € pro Nacht, fünf weniger als auf dem anderen Platz. Dafür gibt es hier:

  • Einen Kinderpool mit zwei Wasserrutschen und diversen Wasserspielen
  • Ein großer Spielplatz um die Ecke
  • Kleinkinderspielzone mit Zaun und Törchen (damit keiner abhauen kann…)
  • Kicker, Tischtennis etc.
  • Kleiner Supermarkt
  • Restaurant (gab es bei dem anderen auch, aber stank total nach Kippe und Hundefutter, weil der Besitzer Kettenraucher war und zwei Hunde hatte)
  • Waschmaschine
  • Perfekt saubere und sehr schön gestaltete Sanitäranlagen
  • Einen überaus gepflegten Platz
  • Viele Deutsch Urlauber (kann man gut oder schlecht finden…)
  • Direkten Strandzugang (gab es bei dem anderen auch)
  • Ausreichend große Stellplätze mit Wiese
  • Ein free-to-use Kräuterbeet
  • Ein Wohnmobilwaschplatz (!!!)
  • Trennung in Hunde und Nichthundestellplätze
  • Buchbarer Massageservice
  • Extrem freundliches Personal
  • Ein Camper-Werkstattmobil das zum Stellplatz kommt, wenn etwas mit Kühlschrank, Heizung etc. ist

Der Platz ist mäßig belegt, die Kinder sind glücklich. Der perfekte Ort um eine Woche lang zu arbeiten. Ok, Sophie kommt gerade vom Strand und findet alles doof (Der Sand klebt an mir, das sind zu viele Wellen, die Sonne scheint nicht, ich hab die Taucherbrille vergessen…), aber ich denke das hat damit zu tun, dass sie gestern Abend recht lange wach war…).

Außerdem habe ich endlich unsere Kühltruhe angeschlossen – zwar erstmal provisorisch, aber jetzt gibts zünftiges Eis im Bus (freut die Kinder), eisgekühltes Bier (freut den Papa) und tiefgefrorenes Gemüse (freut die Mama). Sobald die Bauteile mit dem Elternexpress aus Deutschland da sind, wird der Anschluss richtig gemacht, ohne Gaffatape und umgebauten 12 v Steckdosenverteiler.

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