Kabelsalat

Als wir in Port de la Selva ankamen, klickte irgendein Bauteil im Kontrollpanel fröhlich vor sich hin. Das sorgte für ein gewisses Maß an Stress bei mir, denn ein kaputtes amerikanisches Bauteil zu besorgen macht keinen Spaß und Arbeiten an der Elektrik sind bei diesem Bus auch keine Freude.

Nachdem das Kontrollpanel geöffnet war, war schnell die Vermutung da, dass es eine immer wieder herausspringende Automatiksicherung sein musste. Das war erstmal eine gute Nachricht, denn die Sicherungen an dieser Stelle sind nur für nicht lebenswichtige Systeme, überwiegend für die Elektrik des Aufbaus. Die richtige Sicherung zu finden, gestaltete sich aber als schwierig. Auf den ersten Blick schien alles zu funktionieren und mit dem Gehör konnte man nur die ungefähre Stelle eingrenzen, an der es klickte.

Glücklicherweise habe ich ein billiges Stethoskop dabei, um am Motor merkwürdige Geräusche leichter eingrenzen zu können. Das funktioniert übrigens hervorragend! Damit war die problematische Sicherung schnell ausgemacht. Den restlichen Abend verbrachte ich dann damit, verschiedene Abdeckungen zu entfernen und den Fehler zu finden. Da das keinen Erfolg brachte, habe ich kurzerhand das problematische Kabel in Teilbereiche zerschnitten und die dann mit der Sicherung verbunden, um den ungefähren Bereich einzugrenzen. Der war natürlich hinter der einzigen Verkleidung, die nicht einfach abnehmbar war. Da hatten Vibrationen scheinbar an einer Kante der Karosserie die Kabelisolierung aufgescheuert. Das erklärte den Kurzschluss.

Das problematische Kabel war dann recht schnell ersetzt, aber da die Verkleidung ohnehin schon ab war und er Elektrowerkzeugkasten draußen, dachte ich, dass es eine gute Idee wäre, endlich die Dachdurchführung für die Antennenkabel zu machen. Wir haben nämlich zwei externe LTE Antennen, die selbst in Funklöchern für einen annehmbaren LTE Empfang sorgen. Bisher hingen die Kabel einfach durchs Fenster rein, aber ich hatte schon länger vor, die alte Radioantenne zu demontieren und deren Loch für die Antennen zu benutzen. Das gestaltete sich allerdings schwieriger als gedacht (wie immer…).

Als ich die Antenne abschrauben wollte, bröselte mir deren Innenleben als brauner Staub entgegen. Nicht so schlimm, die Gewinde waren noch intakt. Aber die dicken Antennenkabel passten nicht durch das Loch. Mit mehreren Bohrern und einem Dremel war das Loch irgendwann doch groß genug. Da beim Bohren leider die zweiteilige Dachdurchführung auseinander gefallen war, musste das Teil nun mit Kleber fixiert werden. Die originale DIchtung wird bei Regen nicht wirklich dichten, da muss noch eine andere Lösung her. Vermutlich werde ich die Durchführung einfach mit UV stabilem Sika auffüllen oder eine komplett neue Durchführung drauf kleben, die dann auch dicht hält. Fürs erste reicht das aber so wie es ist und wir haben wunderbaren Empfang und bedeutend weniger Kabelsalat als vorher.

Der Router ist nun ohne Kabelsalat fest (mit Klettverschluss) verbaut.

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