Morgens am Strand

La Playa mal wieder

(29.05-31.05)

Sooo, mal wieder am Meer. Aber dieses Mal ist es etwas wärmer, ca 25 Grad und Sonnenschein. Am ersten Tag am Meer fand ich es noch zu kalt um mich in die Fluten zu stürzen. Der Rest der Familie hat ja neuerdings einen „Leoprenanzug“ (Maya) und war schon fröhlich am Schnorcheln. Aber heute habe ich mich auch endlich mal so richtig frei gemacht (ja, auch frei von Klamotten, haha.) und bin einfach reingerannt ins Meer. Es ist so schön sich dann einfach nass wie man ist in den Sand zu setzten und mit den Kindern eine Sandburg zu bauen und es ist einfach so egal, dass überall Sand ist weil das kann man ja später im Meer wieder abwaschen. Das ist irgendwie ein wichtiger Punkt für mich, weil ich Sandstrand immer nicht so toll fand. Da ist dann alles voller Sand und man muss immer alles ausschütteln und dann klebt überall Sand an einem dran. Und Schatten gibt’s da auch nicht, also muss man sich eincremen und dann klebt der Sand noch mehr… irgendwie war das nicht so mein Ding. Aber heute habe ich mir an den Kindern ein Beispiel genommen und mich einfach in den Sand fallen lassen, mich mit dem warmen weichen Sand berieselt und mit Maya gekuschelt.

RIP Katze

Für die Sandburg wollte ich dann noch ein Paar Steine sammeln und dachte: Ach da hinten bei dem großen Stein da sind schöne. Und als ich mich runterbeugte und schon fast mit der Nase an dem großen Stein war, musste ich tatsächlich total hysterisch losschreien wie schon lange nicht mehr. Der Stein war nämlich eine tote Katze! Die Kinder hatten mir schon von diesem halb verwesten Vieh erzählt, aber ich dachte das wäre ganz wo anders gewesen.

Als ich später am Tag noch mal an den Strand kam hatten Micha und die Kinder das Ding begraben. Sie hatten Steine darauf gestapelt („Das hat geknackst und da waren Würmer“) und ein Strandgut- Holzstöckchen- Kreuz da rein gesteckt („In die Katze?!“ – „Nein Mama! In die Steine!“). Na dann. RIP Katze.

Katzengrab
Katzengrab

So wohnt es sich heute

Wir stehen übrigens auf einem mittelmäßig schönen Parkplatz. Wir sehen aus dem Fenster Asphalt und daneben einen Spielplatz. Wir dürfen hier kein „Campingverhalten“ zeigen, das ist immer so auf Parkplätzen. Das heißt: Keine Markise, keine Tische und Stühle, Wäscheleinen oder sonstwelches heimisches Ausbreiten. Natürlich wollen wir aber draußen essen, und so legen wir die Picknickdecke immer auf den Boden.

Mittagessen auf dem Parkplatz
Abendessen. Es gibt mal wieder Nudeln.

Sich mal mit einem Buch gemütlich draußen hinsetzen geht auch nicht. Das ist alles nicht so toll, aber ich koche immer so lecker (ja wirklich!), dass es uns eigentlich egal ist wo wir essen. Und der Strand ist 20 Meter entfernt (und schockierende Mumien begraben), also wer will da schon meckern?

Keine Haute Cuisine

Abgesehen von der toten Katze gab es außerdem heute toten Fisch. Leider nicht von Benjamin geangelt. Obwohl ich ja ein ausgesprochener Tierfreund bin, würde ich ihm das nach all den Anstrengungen mal gönnen.

Nein, da war ein riesiger Fischschwarm im Meer. Das Wasser war richtig dunkel von den vielen circa fingerlangen Fischchen. Und mit dem Schwarm kam ein Haufen hungriger Möwen zu uns an den Strand. Manchmal sind die Fische so weit ans Ufer gekommen, dass sie von den Wellen an Land gespült wurden. Die Kinder und ich versuchten hektisch diese dummen Kreaturen wieder ins Wasser zu befördern. Benjamin der Schlingel packte sich ein totes Exemplar in seinen Eimer um ihm Micha zu präsentieren und zu erzählen, er hätte ihn geangelt. Hat dann aber doch gesagt, dass er ihn am Strand gefunden hat. Dafür, dass Micha den Fisch dann aber entsorgt hat anstatt ihn in der Pfanne zu braten, dafür hatte er überhaupt kein Verständnis. Er war ja schließlich ganz frisch, gerade erst in seinem Beisein verstorben. Na ja.

In so einem Fischschwarm zu stehen hat mich heute übrigens zum zweiten mal quieken lassen. Diese Verrückten fingen nämlich an mich anzuknabbern. Ich dachte ja erst die beißen mich, aber irgendwie haben sie nur an meinen Füßen genuckelt.

Als ich mir den Sand vom Körper badete rief ich: „Guck, jetzt habe ich auch gar keinen Sand mehr in der Poritze! Dafür einen Fisch.“

Frei und planlos

Nun geht der Tag zu ende mit einem schönen Sonnenuntergang und im Bus jede Menge Sand und Mücken.

Der Speisesaal zur Mittagszeit

Morgen wollen wir mal weiter. Irgendwie fahren wir doch immer viel weiter, immer weiter. Wo können wir denn mal ein paar Wochen bleiben? Irgendein Ort wo Leute, Familien vielleicht etwas aufbauen, die wir kennenlernen können und da ein bisschen mithelfen… Leute die sich über Besuch freuen. Wir brauchen ja nichts, nur einen Platz zum Stehen. Nun ja. Wir sind ja gerade mal einen Monat unterwegs (Auf den Tag genau. Jubiläum!). Kommt schon noch. In Portugal soll es ja wimmeln von solchen Aussteigern und verrückten Freidenkern.

Zum einen sind wir oft so berauscht von unserer Freiheit, aber gleichzeitig auch so schockiert von unserer Planlosigkeit.

Angewandte Physik. Funktioniert.

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