Mit dem Seppel an der Grenze (03.09-22-09)

Wir haben uns nach langem Abwägen für die Route nach Griechenland entschieden. Unser nächstes Etappenziel war daher Salzburg (speziell IKEA Salzburg). Bei einem Wasch- und Übernachtungsstop in Rosenheim nebst einiger Gedanken an die verstorbene Nonna, die immer gerne die „Rosenheimcops“ gesehen hat, gab es Germknödel mit Vanillesoße. Leider fehlten die Kirschen für die Füllung, aber Anna konnte ihre periodisch wiederkehrende Lust nach Bürgerlichem stillen und die Kinder fanden es auch ganz gut.

Der Weg nach Salzburg dauerte dann doch wieder viel länger, als geplant. Anna hat eine wunderbare Geburtstagskarte für Mama gemalt und wir mussten noch vor der Grenze von der Autobahn abfahren, um einen Briefkasten zu finden. Wir hatten nämlich nur deutsche Marken und es war Wochenende. Also kamen wir erst um 17 Uhr am IKEA in Salzburg an, das so ziemlich den kleinsten Parkplatz hatte, den ich je bei einem IKEA gesehen habe. Zu allem Überfluss war der auch noch halb gesperrt und damit viel zu klein. Die Kunden parkten teilweise auf Durchfahrtswegen und wir haben es nur um Haaresbreite geschafft, wieder von dem Platz runter zu kommen. Glücklicherweise hat Anna ganz in der Nähe ein Stück Niemandsland erspäht, auf dem wir uns breit machen konnten.

Da der IKEA Samstags scheinbar schon um 18 Uhr schließt (in Düsseldorf gehts da erst richtig los…), hatten wir weniger als eine Stunde für unsere Besorgungen und das ersehnte Essen. Viel zu wenig Zeit. Anna also im Laufschritt durch den Laden, auf der Suche nach passender Bettwäsche, ich mit den Kindern erst vegetarische HotDogs reinschieben und dann noch ins Restaurant. Da war dann dank der „Bespaßungsecke“ mit Bildschirmen an Essen nicht zu denken, trotz mehrfacher Erinnerungen:

  • „Esst jetzt, gleich gibts nichts mehr“
  • „Wollt Ihr die Pommes noch, sonst ess‘ ich die bevor die kalt werden“
  • „Ich hol mir noch eine Vanille-Kirsch Waffel, bin gleich zurück“ (bemerkenswert: auch hierauf keine Reaktion).
  • „Letzte Chance, die Kellnerin sagt die Küche macht jetzt zu – auch der Nachfüllgetränkeautomat“

Von Salzburg aus ging es dann nur noch kurz auf den Parkplatz eines Thermalbads 15 min südlich der Stadt, wo man halbwegs günstig stehen und auch duschen konnte.

Den nächsten Tag blieben wir einfach auf dem Parkplatz stehen. In der Nähe gab es einen schönen Naturlehrpfad, den ich mit den Kindern gegangen bin. Dabei haben wir eine schwarze Katze getroffen, die uns zwei Stunden lang auf dem gesamten Weg begleitet hat. Den restlichen Tag haben die Kinder dann auf dem großen, leeren Parkplatz mit den Skateboards verbracht. Außerdem wollten sie eine „Party“ machen. Abends hat Anna, deren Nacken mal wieder extrem verspannt war, noch spontan eine Runde „Blitzschwitz“ in der Sauna gemacht.

Partytime!

Bei Annas Saunabesuch ist uns zum ersten Mal aufgefallen, wie schlecht diese „Impfzertifikate“ in Österreich kontrolliert werden. Unser Impfschutz war noch nicht vollständig, das Zertifikat ungültig. Hat aber die Dame an der Kasse nicht interessiert. Die hat gar nicht genau hingesehen.
In Deutschland wurde sogar gar nicht kontrolliert, da genügte die Versicherung, geimpft zu sein.
Gerade sitze ich in Slowenien, und hier kommt man nirgendwo rein, ohne das Zertifikat vorzuzeigen. Es wird genauestens kontrolliert. An jedem Eingang steht ein Gorilla mit Scanner. Wer kein Zertifikat hat, kommt nicht rein.

Am Tag darauf ging es noch einmal kurz rüber nach Berchtesgaden um günstig Getreidemilch (besonders Mandelmilch) zu kaufen. Auf Sardinien haben wir ja gemerkt, wie schwierig es manchmal ist in anderen Ländern pflanzliche Milch zu bekommen. Vor allem, wenn man welche ohne Zucker haben möchte. Nun ist der gesamte Raum um unsere Heizung herum mit Mandelmilch ausgefüttert. Das reicht sicher mehrere Monate. Dieser „kurze“ Ausflug bescherte uns eine weitere Nacht auf deutschem Boden. Und weil es eigentlich ganz nett dort war (es gab eine Sommerrodelbahn um die Ecke) blieben wir dann noch eine Nacht. Und danach noch eine. Unser neuer Seppel hat da jedenfalls gute Dienste geleistet und uns insgesamt 16 mal (Einmal hin und zurück für jeden außer dem Fahrer) über die Österreichisch-Deutsche Grenze gebracht – die Rodelbahn lag nämlich wieder in Österreich und wir wollten da nicht unnötig mit unserem Bus hin fahren. Außerdem wollten die Kinder unbedingt mal auf dem Roller fahren.

Nix los hier. Schlagbaum ist unten, da wird schon kein braver Bürger durch gehen…

Was soll man zur Rodelbahn sagen? Wer das noch nicht gemacht hat: Ihr habt was verpasst. Ist ein ganz großer Spaß. Bejamin ist die gesamte Abfahrt über nicht aus dem Lachen heraus gekommen und konnte teilweise gar nicht bremsen vor Lachen.

„Da ist die Bremse, achte auf die Schilder wo ‚bremsen‘ drauf steht, viel Spass“
Kanalparty beim warten auf das nächste Seppeltaxi zum Stellplatz.

Nach dieser schönen Erfahrung (und einem heftigen Streit zwischen Anna und mir) ging es endlich Richtung Süden. Übernachtet haben wir an einem kleinen Bauernhof, wo es den Kindern so gut gefiel, dass wir den kompletten nächsten Tag und eine weitere Nacht dort bleiben mussten. Es gab jede Menge Tiere, Tretautos und einen Spielplatz, und so haben wir die Kinder nur zu den Mahlzeiten gesehen.
Danach ab durch den Tauerntunnel und runter zum Weissensee, wo wir auf einem Campingplatz ein paar Pakete erwarten wollten.

Kinderfreies Frühstück kann so ruhig sein

Ein paar ruhige Campingtage später ging es dann weiter, denn bevor wir endgültig nach Süden aufbrechen konnten, gab es noch ein wenig Programm. Am Freitag Abend fuhren wir nach Klagenfurt (wieder IKEA, neue Matratze kaufen). Samstag Morgen neue Gummistiefel kaufen im Decathlon Klagenfurt (es regnete recht viel in den letzten Tagen) und dann am Sonntag in Villach ins Schwimmbad, denn am Montag wollten wir eigentlich noch ein Paket aus Deutschland in einem nahen Paketshop empfangen.

IKEA war mehr oder weniger unspektakulär. Wir haben eine neue Matratze und eine hübsche Lichterkette ergattert. Die neue Matratze wurde erstmal provisorisch einfach auf die alte gelegt, bis wir die irgendwo entsorgen können. Übernachtet haben wir direkt am Decathlon auf einem Schotterparkplatz, wo wir ja am nächsten Morgen ohnehin einkaufen wollten. Am späten Abend habe ich dann aber zu Fuß einen versteckteren Platz um die Ecke gesucht und bin mit schlafender Besatzung da hin gerollt. Da war nämlich auch ein McFit Fitnesstudio. Das hat die ganze Nacht offen und gehört zu den günstigsten Studioketten. Dementsprechend viele „Ey, Alta! Da isn Schulbus. Krass Alta! Lassma ma kuggn!“ – Leute waren da unterwegs. Außerdem schien das auch ein beliebter Platz zu sein, um die Burger vom Burger King um die Ecke zu futtern. Und, last but not least, schien der Schotterplatz ein beliebter Ort zu sein, um mit Vollgas anzufahren und mal so richtig schön im Kreis zu rutschen.

Wir mögen mittlerweile wirklich keine Plätze mehr in besiedelten Gebieten zum schlafen. Das ist einfach immer stressig. Man glaubt gar nicht, wieviel nachts selbst auf dem abgelegensten Parkplatz los sein kann.

Schwimmen in Villach war schön. Die Kinder hatten einen ganzen Tag lang Spaß und waren dementsprechend geschafft abends. Wir fuhren dann bereits im Dunkeln zu unserem auserkorenen Schlafplatz, denn auf dem Parkplatz des Schwimmbades konnten wir nicht bleiben. Das war das erste Mal seit langem, dass wir wieder im Dunkeln und sogar bei Regen fahren mussten. Kurz gesagt: das war eine Erfahrung, die ich nicht wiederholen möchte. Glücklicherweise war kaum Verkehr und der Weg nicht besonders lang, so dass ich ganz langsam fahren konnte. Die relativ neuen Scheibenwischer haben so heftig geschmiert, dass man bei Gegenverkehr eigentlich nur kurz anhalten konnte bis wieder klare Sicht war.

Der Parkplatz, auf dem wir dann schliefen, war ganz in der Nähe des Paketshops, in dem unsere Lieferung eintrudeln sollte. Es gab einen Basketballkorb und einen Herrenlosen Basketball, einen kleinen Skaterpark mit Rampen, ein Streethockeyspielfeld (da kann man super mit dem Skateboard im Kreis fahren) und einen Spielplatz. Außerdem einen Supermarkt in einer Minute Entfernung. Da ich arbeiten musste und das Paket auf sich warten ließ, verbrachten wir dort auch noch den nächsten Tag und eine weitere Nacht. Am Abend des darauffolgenden Tages, das Paket war mittlerweile angekommen, hat uns die Polizei dann nahegelegt, auf einen Campingplatz auszuweichen. Sehr freundlich zwar, aber nochmal dort übernachten war nicht drin. Also sind wir einen Kilometer den Berg runter auf einen Kiesplatz neben einem Fluss gefahren. Sehr schön zum spielen und ruhig zum Übernachten.

Die Kinder spielen Herbstspiele. Höchste Zeit in den Süden zu fahren…

Heute, am 22. September, ging es dann durch den Karawankentunnel nach Slowenien. Wieder ohne Kontrollen. Erste Handlung hier: Baumarkt, neue Scheibenwischer und eine Spirale zur Rohrreinigung gekauft. Dann die Mautbox für Slowenien abgeholt und damit war der Tag auch schon fast zu Ende. Das Licht reichte gerade noch, um die Dragaschlucht hinauf zu fahren und uns einen Schlafplatz zu suchen. Morgen früh arbeite ich nochmal und wir schauen uns eine alte Burg an und dann geht es hoffentlich langsam aber sicher weiter Richtung Süden, denn hier wird es doch langsam empfindlich kalt.

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