Mit Schirm, Charme und nie mehr ohne (15.07)

Während bei den Deutschen Land unter ist, ächzen wir unter der erbarmungslosen Mittelmeersonne. An den Stränden ist Schatten Mangelware. Die olle Strandmuschel, die wir im Gepäck haben, schützt hervorragend gegen Wind und bietet ansonsten alle Annehmlichkeiten eines Backofens.

Die andern Leute haben alle Sonnenschirme. Ich fand die Dinger immer blöd, weil sie regelmäßig entweder vom Wind umgeklappt wurden oder als „Tumbleweed“ wie im Western über den Strand rollten. Aber scheinbar hat das Strandvolk aufgerüstet. Man benutzt jetzt Einschraubhülsen für den Sand, die selbst bei steifer Brise eine sichere Verankerung bieten.

Anna wünscht sich schon seit Wochen so einen Schirm, aber wir haben im Handel bisher nur Exemplare gefunden, die mit einem ausgesprochen billig anmutenden Polyesterstoff bespannt waren. Ungefähr das Zeug, was man bei IKEA Sofas auf der Unterseite findet. Wir wollten aber unbedingt einen ganz normalen Baumwollschirm, wie schon Oma ihn hatte. Der hält dann hoffentlich ein wenig länger als der Polyestermist.

Heute war dann unser Glückstag. Neben dem Parkplatz, auf dem wir gerade nächtigen, ist eine Kleine „Mülldeponie“ der örtlichen Strandbar. Dort liegen einige Schirme, bei denen genau der billige Polyesterstoff, den wir vermeiden möchten, total in Fetzen hängt. Die Gestelle darunter sind teilweise nagelneu. Daneben liegt auch ein Schirm mit Baumwollstoff in schulbusgelb, bei dem das Gestell kaputt ist.

Wir sind ja schon irgendwie Hippieökos. Warum wegwerfen und neu kaufen, wenn man es irgendwie reparabel ist? Ich kann natürlich nicht widerstehen. Ein intaktes Gestell ist schnell vom Billigstoff befreit und auch der gelbe Baumwollstoff wird von den kaputten Schirmstreben geschnitten.

Schön bunt und neu, aber trotzdem im Eimer
Gestell und Stoff, passend in Busfarbe

Anna rollt zwar erst mit den Augen, setzt sich dann aber mit Nadel und Faden bewaffnet in den Schatten und bastelt den Baumwollstoff auf das funktionstüchtige Gestell. Endlich ein echter Strandschirm. Jetzt gehören wir auch zum Club der Sommertouristen und im Schirmwald ist keine Lichtung mehr da, wo unsere Sachen liegen.

Dauert etwa eine halbe Stunde, trotz tatkräftiger Hilfe
Innen ist sogar ein hübsches florales Muster
Ein Verlängerungsstab lag auch auf dem Müll. Jetzt fehlt nur noch eine Sandschraube, aber vorerst geht auch einfach eingraben.

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