Petri Heil

Keiner weiß, woher Benjamins Begeisterung fürs Angeln kommt, aber immer wenn er Angler sieht, kann er stundenlang zusehen. Da er bekanntlich ein findiger Ingenieur ist, hat er vor ca. einer Woche beschlossen, sich selbst eine Angel zu basteln. Angefangen hat es mit einem kurzen Stock aus dem Wald und einem Stück Schnur.

Angel v 1.0

Das hat nicht so ganz geklappt. Außerdem wird der Fisch sich sicher nicht bereitwillig an der Schnur festhalten und herausziehen lassen. Oma hat also einen halben Weinkorken und die Feder einer Holzwäscheklammer beigesteuert. Dazu noch eine Schraube aus der Bordwerkstatt und fertig ist der Schwimmer mit „Haken“.

Unerschütterliche Zuversicht in die eigene Ingenieurskunst (und eine gehörige Portion Naivität)

Die fast unberührte Küste der Serra d’Irta ist zerklüftet und durchsetzt von Höhlen und Löchern. Gute Vorraussetzungen für erste Angelversuche.

Der Schwimmer schwimmt, aber der Stock ist eher ein Handgriff für die Schnur als eine ernstzunehmende Rute.

Nachdem wir mehrfach feststellen mussten, dass ein zu kurzer Stock es ausgesprochen schwierig macht, den Köder (Mais und rote Bohnen. Isst Benjamin auch selbst ganz gern…) ohne Felsüberhang überhaupt ins Wasser zu bekommen, ist Benjamin auf der Suche nach einer längeren Rute. Außerdem sind wir gestern Abend zufällig in den lokalen Angelwettbewerb am Badestrand geraten. Die hatten schließlich auch alle lange Ruten.

Heute Abend lehnte dann zufällig eine lange Bambusstange an einem Baum an unserem Parkplatz. Angel Version 2.0 war in fünf Minuten fertiggestellt. Am Strand hatten wir einen riesigen Fischschwarm (winzige Tiere) in Küstennähe gesehen, der von ein paar größeren Tieren gejagt wurde. Gelegentlich sah man einen größeren Fisch springen und die Möwen waren auch ziemlich aktiv. Also, diesmal mit Olivenstücken als Köder, nochmal schnell zum Strand und ausprobieren.

Angel Version 2.0
Der Schwimmer mit Haken, in Schulbusgelb angesprüht (für die Corporate Identity…)

Ich denke, noch wird das so nichts. Aber wenn das noch ein paar Tage so weiter geht, gebe ich ihm den alten Haken, den wir am Strand gefunden haben. Vielleicht fängt er ja wirklich etwas? Wäre zwar eine Tragödie für den Fisch, aber wenigstens würden wir ihn auch essen, wenn er ihn schon gefangen hat. Und was gibt es schöneres, als wenn ein lange verfolgtes Projekt endlich Früchte trägt?

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