Es geht los

Wir sind unterwegs!

Wir sind unterwegs!

Zum Abschied haben so viele Leute zu uns gesagt: Wir werden euren Blog lesen! Also dann, der erste Beitrag von unterwegs, liebe Freunde!

Der erste Reisetag begrüßte uns mit eher grauem Wetter auf einem Parkplatz oberhalb des Örtchens Alfter bei Bonn. Hier lebt mein Bruder Felix mit seiner Familie, und die alljährliche Geburtstagsfeier aller Aprilkinder unserer Familie sollte unser erster Zwischenstopp der Reise sein. Eigentlich wollten wir schon vormittags dort ankommen….

Einen Freund mit nem Bier lässt man nicht vor der Tür

Einen kompletten fünf- Personen- Haushalt aufzulösen war jedoch schwieriger als gedacht! Und so rödelten wir am Abend vor dem Aufbruch noch bis spät in die Nacht in der Wohnung. Ich glaube, wer sowas nie gemacht hat kann sich nicht vorstellen was das bedeutet. Das Gehirn arbeitet auf Hochtouren: Wohin, wem schenken, wo unterstellen, Müll? Dabei immer das Mantra: Häng dein Herz nicht an Dinge. Und die Kinder mit ihren vielen Bedürfnissen wuseln dazwischen herum, reißen einen immer wieder aus der Konzentration oder schreien: Neiiiiin! Das nicht wegschmeißen!
Zudem ging es am Abend plötzlich zu wie am Anfang vom Herr der Ringe Buch: Es klingelt an der Tür- nanu, ein unerwarteter Besuch. „Wir können euch doch nicht einfach so gehen lassen!“ Und schon klingelt es wieder, da steht der nächste mit nem Bier und möchte noch ein letztes Mal anstoßen. Am Ende haben auch alle geholfen Kisten in den Bus zu tragen. Micha rief circa 100 Mal: „Das passt nie alles in den Bus! Wir müssen noch mal aussortieren!“
Gegen Mitternacht sind wir dann todmüde ins Bett geplumpst.

Unsere ganzen schönen Sachen – alles für den Sperrmüll? Vieles hat in letzter Minute doch noch neue BesitzerInnen gefunden.

Ein unfeierlicher Aufbruch

Am nächsten Morgen sind wir noch mal durch alle Zimmer gegangen und haben die restlichen Sachen in den Bus geschmissen. Es stellte sich früh heraus, dass wir es vormittags nicht nach Bonn schaffen. Oma und Opa wollten uns ja auch noch ein letztes Mal sehen! Also schnell alles in den Bus gestopft und los.
Ich hätte mir für den Aufbruch gewünscht noch einmal innezuhalten, auf das Haus und den Garten zu blicken und mich innerlich zu verabschieden. Leider war im Bus ein riesen Streit ausgebrochen und ich war total gestresst mit Pädagogik beschäftigt, während draußen die Nachbarn (nichts ahnend von dem Drama) fröhlich winkten und den Aufbruch mit ihren Handykameras dokumentierten.

Dann gab’s noch Mittagessen bei Oma und Opa und wir konnten uns in Ruhe dem Chaos im Bus widmen. Am Ende hat doch alles in die Schränke reingepasst.

Anschließend ging es weiter zu den „Bonners“. Dort hatten wir einen schönen Geburtstagsnachmittag und Lagerfeuer am Abend.

In der Nacht gab’s Pippi im Bett. Natürlich! Immer im Bus wenn wir keine Waschmaschine haben! Das scheint ein Naturgesetz zu sein…

Den Vormittag haben wir auf dem Parkplatz und dem nahegelegenen Wald verbracht.
Jetzt sind wir auf dem Weg Richtung Süden. Eine liebe Freundin hat uns den Tipp gegeben, ihre Bekannten auf einem Therapiebauernhof in Lörrach zu besuchen. Den steuern wir jetzt an.
Wir fahren mit 70 km/h auf der Autobahn, die Kinder hören Hörbuch und sind ruhig.

Eine Woche voller Abschiede

Die ganze Woche haben wir uns von Freunden, Nachbarn und Verwandten verabschiedet. Wir sind noch ganz erfüllt und gerührt von den vielen lieben Worten, Geschenken und Tränen. Ich glaube es war uns nicht bewusst, wie traurig viele Menschen über unseren Weggang sind, wie lieb sie uns haben! Alle hatten so viele Fragen die wir zum Teil gar nicht beantworten konnten: Wo fahrt ihr hin? Wann kommt ihr wieder? Kommt ihr wieder?
Die Oma kompensierte ihre Trauer anscheinend über liebevolle Nahrungsmittel- Zuwendungen. Nehmt das doch auch noch mit. Das hatte ich doch alles für die Kinder gekauft… Alles gute Biosachen. Aber wohin, wohin? Und von der anderen Oma haben wir eine schöne Notfall-Box mit Knabbereien bekommen.
Auch jetzt da wir unterwegs sind bekommen wir noch viele Nachrichten. Ein schönes Gedicht über das Reisen zum Beispiel. Und Vorschläge welche Projekte, Bauernhöfe usw wir ansteuern könnten.
Wir sind so dankbar so viele gute Freunde zu haben die in Gedanken mit uns reisen!

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